Strukturelle Mängel in der Qualitätssicherung der stationären Altenpflege

Der Qualitätssicherung in der stationären Pflege ist aufgrund der mangelnden Konsumentensouveränität besondere Bedeutung beizumessen. Verschiedene Untersuchungen zur Qualität von Pflegeheimen weisen beachtliche Mängel auf. So liegen beispielsweise keine Pflegeleitbilder und Pflegekonzepte vor, es besteht eine mangelnde Umsetzung im Pflegeprozess, Personalrichtwerte werden nicht eingehalten und es liegen Qualifikationsmängel bei den leitenden Pflegefachkräften vor. Gründe dafür sind unter anderem der Mangel an qualifizierten Pflegekräften, ein verengtes Pflegeverständnis sowie das Fehlen von einheitlichen Kriterien für die Qualität der Pflege. Mögliche Lösungsansätze wären beispielsweise der Einbezug der Pflegekassen und der Heimaufsicht in den Prozess der Mängelbeseitigung oder die Bildung von Qualitätsgemeinschaften, die durch eine Qualitätszertifizierung des betreffenden Pflegeheimes die üblicherweise alle drei Jahre stattfindende Prüfung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) ersetzen können.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen 27(2004), 4, S. 346-359
Jahr: 
2004
Bestellnummer: 
3474