Innovationspotentiale des ÖPNVs. Förderung durch Wettbewerb und eine Reform der Finanzierung

Die Lebensqualität und Urbanität in Städten ist eng verbunden mit einem attraktiven und leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der gegenüber dem motorisierten Individualverkehr bedeutende Umwelt- und Kostenvorteile besitzt. Um das steigende Verkehrsaufkommen mit möglichst geringen Umweltauswirkungen bewältigen zu können, ist es erforderlich, den bestehenden ÖPNV nicht nur zu sichern, sondern auch zu verbessern bzw. durch eine Verlagerung vom MIV zu stärken. Dazu bedarf es einer grundlegenden Reform der finanziellen Rahmenbedingungen im ÖPNV. Die bestehenden Förderinstrumente sind in der Regel aufwands- oder inputorientiert, so dass kein ausreichender Anreiz besteht, das Verkehrsangebot möglichst effizient zu erbringen. Die künftige ÖPNV-Finanzierung muss folglich finanzielle Anreize zur Leistungssteigerung und Kostenoptimierung bieten und den rechtlichen, institutionellen, umweltverträglichen, sozialen und ökonomischen Anforderungen genügen. Neben der Reform der Finanzierung, die im Ergebnis zu mehr Transparenz und Effizienz beim Einsatz der öffentlichen Gelder führen soll, bedarf es weiterhin einer verstärken Kundenorientierung und einer gerechten Anlastung der externen Kosten, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen den einzelnen Verkehrsträgern zu schaffen.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Internationales Verkehrswesen 57(2005), 1-2, S. 33-36
Jahr: 
2005
Bestellnummer: 
3518